Die Band Goldmeister aus Hamburg im Interview: Chris Dunker und Phil Ohleyer
Reingehört

Goldmeister verzaubert mit charmantem deutschen Swing: Interview mit den Sängern Chris und Phil

20. Oktober 2018

Stilvolle moderne Swingmusik mit deutschen Texten und guter Laune. Das bringen die beiden Sänger Chris Dunker und Phil Ohleyer von Goldmeister wunderbar charmant auf die Bühne. Unterstützt werden sie von den Musikern der Ragtime Bandits und Lutz Krajenski, der auch schon mit Roger Cicero zusammengearbeitet hat.

Chris und Phil haben Musikbegeisterung ein Interview gegeben. Du darfst also gespannt sein!

Als ich Goldmeister zum ersten Mal gehört habe, habe ich sofort an den großartigen Roger Cicero gedacht. Der wunderbare moderne Swing mit sattem Bläsersound, unterhaltsamen deutschen Texten, Witz und Charme ist wieder da! Fast schien es, als hätte Roger Cicero ihn mit ins Grab genommen. Wohl doch nicht! Goldmeister bringen ihn wieder auf die Bühne. Was für ein Glück!

Zwei starke Sänger

Trotzdem machen Goldmeister aber ihr eigenes Ding. Mit Chris und Phil stehen gleich zwei starke Sänger auf der Bühne. Dabei bildet Chris mit seiner tiefen Stimme einen wirkungsvollen Gegenpol zu Phil, der mit seiner deutlich höheren Stimme im wahrsten Sinne des Wortes wunderbare Höhepunkte setzt.

Durch wechselseitigen Gesang bringen die beiden authentische und außerdem gereimte und pointierte Dialoge zu Gehör. So kommt in vielen Songs eine äußerst amüsante Unterhaltung zwischen den beiden zustande, die dem Zuhörer ziemlich schnell ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Wenn beide gleichzeitig singen, beeindrucken sie mit einem kraftvollen Gesangssound oder sorgen durch zweistimmiges Singen für echte Bereicherungen.

Coverjuwelen und grandiose eigene Songs

Goldmeister verswingen deutschen Hip Hop wie Hamma! Von Culcha Candela, Haus am See von Peter Fox, Sie ist weg von den Fantastischen Vier oder auch den Song Cello von Udo Lindenberg. Dabei sind fantastische Coverjuwelen herausgekommen. Außerdem schreiben die beiden aber bereits auch eigene Songs, die ebenso richtig gut sind.

Am 22. Juni 2018 ist das erste Album von Goldmeister mit dem Titel Alles Gold herausgekommen. Mit ihrem Album und ebenso live bei einem Konzert haben sie mich voll und ganz überzeugt, sodass ich unbedingt mehr über Goldmeister wissen wollte und die beiden Herren um ein Interview gebeten habe.

Interview mit Chris und Phil von Goldmeister

Goldmeister im Interview für MusikbegeisterungChris und Phil haben auf meine Interviewanfrage hin sofort zugesagt und alle meine neugierigen Fragen goldmeisterlich beantwortet! Im Folgenden plaudern die beiden über ihr Gesangs‐, Musizier‐ und Tanztalent und verraten uns außerdem ihre größte Herausforderung beim Erstellen ihres Albums Alles Gold:

1. Seit wann macht ihr gemeinsam Musik? Wo habt ihr euch kennengelernt?

Wir machen seit ca. vier Jahren gemeinsam Musik. Kennengelernt haben wir uns auf einer Party unseres Bandkollegen Steffen von Phoenix West.

2. Seit wann singt ihr? Hattet ihr Gesangsunterricht? Seit wann singt ihr auf der Bühne?

Chris: Ich habe schon in meiner Kindheit jedes mir angebotene Musikprojekt wahrgenommen. Gesang war immer schon etwas, das mich besonders fasziniert hat. Zwischendurch hatte ich mal ein paar Workshops bei guten Gesangslehrern, aber regelmäßigen Unterricht hatte ich nie. Auf der Bühne stehe ich jetzt seit 2004.

Phil: Ich singe, seitdem ich denken kann. Ernstzunehmender als einfacher Sing‐Sang zu Hause wurde es 2004, mit der Gründung meiner ersten Band als Leadsänger. Zudem habe ich früh eigene Songs geschrieben und diese aufgenommen. Gesangsunterricht hatte ich zu Popkurs‐Zeiten an der HfMT Hamburg und in meiner Heimat vier oder fünf Mal bei einer Freundin meiner Mutter.

3. Welche Musikinstrumente spielt ihr und wie seid ihr dazu gekommen?

Ich (Phil) spiele seit meinem 7. Lebensjahr Klavier. Angefangen habe ich, weil meine Mutter und dann mein Bruder bereits spielten, da wollte ich natürlich auch. Das Gitarrespielen habe ich mir mit 19, auf der Gitarre, die ich mir zu diesem Geburtstag gewünscht hatte und die mir seitdem heilig ist, selbst beigebracht.

Ich (Chris) habe meine erste Heimorgel zu meinem fünften Lebensjahr bekommen. Da hatte ich anfangs ein bisschen Unterricht. Später dann Klavierunterricht. Da ich nie der Typ war, der nach Noten spielen wollte, habe ich das irgendwann aufgehört und lieber nach Gehör gespielt.

4. Habt ihr Vorbilder? Verratet ihr uns, wer es ist und warum? Wenn man eure Musik hört, würde ich sagen Roger Cicero?

Roger Cicero ist auf jeden Fall einer der Großen. Neben ihm würden wir aber noch zustimmen, dass Frank Sinatra, Michael Bublé, und noch viele andere Künstler aus verschiedensten Genres uns musikalisch beeinflussen.

5. Wie seid ihr mit Lutz Krajenski zusammengekommen? Wie sieht eure Zusammenarbeit mit ihm aus? Welche Rolle spielt er für eure Musik?

Den Kontakt zu Lutz haben wir über unseren Produzenten Matthias hergestellt, uns dann in Hamburg in einer Bar getroffen, ein paar gute Drinks zu uns genommen und ihn mit unserer Idee angesteckt. Lutz ist der Papa unserer Goldmeister‐Truppe und außerdem Fels in der Brandung, sowohl auf der Bühne als auch „hinter den Kulissen“.

Wir möchten ihn nicht missen und sind schon ein bisschen stolz, dass er mit von der Partie ist. Musikalisch ist er natürlich ebenso unentbehrlich wie menschlich, da er als musikalischer Leiter schon bei den Proben den Ton angibt. Einem Lutz Krajenski entgeht kein falscher Ton!

6. Herzlichen Glückwunsch zu eurem Album Alles Gold! Was war für euch beim Erstellen des Albums die schwierigste Herausforderung? Was hat euch am meisten Spaß gemacht?

­­­­­­­Die schwierigste Herausforderung war für uns, die richtigen Titel für das Album auszuwählen Wir haben wahnsinnig viel probiert, hatten dann eine Auswahl von 30 Songs. Und da mussten wir uns dann entscheiden, welche wir nehmen.

Besonderen Spaß haben uns natürlich die Studioarbeiten gemacht. Hier nimmt dann so langsam alles Formen an und das, was sich Monate vorher schon in unseren Köpfen zusammengebraut hat, bekommt endlich ein Gesicht. Das war eine tolle Zeit.

7. Ihr habt bereits gezeigt, dass ihr fantastisch covern könnt, habt aber auch schon erste eigene, ebenso grandiose Songs präsentiert. Was macht euch mehr Spaß? Wo werdet ihr künftig euren Schwerpunkt setzen?

Mehr Spaß machen natürlich schon eigene Nummern, aber da wir die neu interpretierten Lieder irgendwie zu unseren eigenen gemacht haben, fühlt sich das auf der Bühne gar nicht so anders an wie mit eigenen Stücken. Den Schwerpunkt werden wir in Zukunft aber trotzdem mehr auf eigene Songs legen. Wir wollen ja auch zeigen, was wir songschreibermäßig draufhaben.

8. Was inspiriert euch textlich beim Songschreiben?

Das Leben gibt einem immer genug Stoff zum Verarbeiten…

9. Eure Musik ist wunderbar zum Swingtanzen geeignet. Was haltet ihr als Musiker von (swing)tanzendem Publikum? Könnt ihr selbst tanzen, z. B. Lindy Hop oder Charleston?

Unbedingt! Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr beim nächsten Konzert ALLE tanzt! Wir haben vor kurzem noch einen Tap‐Dance Workshop mitgemacht. War lustig, aber in unseren Augen noch nicht qualitativ und bühnentauglich. 🙂

10. Was plant und wünscht ihr euch für die Zukunft von Goldmeister?

Erstmal planen wir derzeit und freuen uns auf die Tour im Herbst. Da spielen wir ungefähr zehn Konzerte in ganz Deutschland. Dass die ausverkauft sind, wäre schonmal ein Grund zur Freude. Ansonsten schauen wir noch gar nicht so viel weiter und sind ebenso gespannt, was da noch auf uns zukommt.

Goldmeister aus Hamburg im Interview: Moderner deutscher Swing à la Roger Cicero

Musikbegeisterung empfiehlt Goldmeister!

Musikbegeisterung bedankt sich bei Goldmeister für das Interview, wünscht alles Gute und hofft auf viele weitere tolle Songs! Wer die Band Goldmeister noch nicht kennt, sollte sie dringend kennenlernen!

Mit dem absolut empfehlenswerten Album Alles Gold kannst du die wunderbare Musik von Goldmeister hören, sooft du willst! Mehr Informationen zu Goldmeister gibt es auf der offiziellen Homepage und auf Facebook.

Bei Goldmeister ist eine unglaubliche Musikbegeisterung zu spüren. Zu sehen und zu hören. Die gute Laune überträgt sich unweigerlich auch auf die Zuhörer. Und das tut richtig gut. Bitte mehr davon!

Tipp zum Weiterlesen: Interview mit John Paciga, einem amerikanischen Singer‐Songwriter mit großem pianistischen Talent.

Fotos: © Christoph Köstlin (2017)

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