Zusammen mit anderen musizieren bringt neue Erfahrungen.
Ein Musikinstrument spielen

Gemeinsam Musik machen: Verschiedene Formationen und viele Entdeckungen

20. April 2018

Jeder kann für sich alleine musizieren oder auch Playalongs zur Unterstützung verwenden und allein damit seinen Spaß haben. Aber vielleicht reizt es dich trotzdem, einmal mit anderen zusammen zu spielen. Es gibt unterschiedliche Varianten des gemeinsamen Musizierens. Finde anhand von diesem Artikel die passende für dich!

Außerdem erfährst du, was genau das Schöne daran ist, mit anderen zusammen Musik zu machen und welche grundsätzlichen Fähigkeiten dafür nützlich sind. Bist du dabei?

Verschiedene Formationen beim gemeinsamen Musizieren

Zu zweit

Du kannst mit jemand anderem zu zweit spielen. Zweistimmig mit zwei Melodieinstrumenten, vierhändig am Klavier oder ein Melodieinstrument mit Begleitung. Das ist eine gute Variante für den Einstieg ins gemeinsame Musizieren. Hier müsst nur ihr beide in eurem Spiel zusammenfinden. Ihr könnt viel Rücksicht aufeinander nehmen. Außerdem musst du dich mit nur einer Person zeitlich, in der Stückauswahl und in euren Ambitionen abstimmen.

Musikschulensemble oder -band

Wenn du in einer Musikschule spielst, so wird dort für verschiedene Instrumente meist auch ein Ensemblespiel oder eine Musikschulband angeboten. Oft kostet es nicht einmal zusätzlich Geld oder nur einen geringen Zuschlag, wenn du dort schon regulär Unterricht hast. Ein Proberaum und ein fachkundiger Lehrer stehen euch von der Musikschule aus zur Verfügung. Hier kannst du in einer überschaubaren Gruppe unter Anleitung gemeinsam spielen und auftreten.

Erste Erfahrungen im gemeinsamen Musizieren in einem Musikschulensemble oder einer Band.

Dein Musiklehrer oder deine -lehrerin kann im Normalfall gut einschätzen, ob das jeweilige Ensemble deinem Spiellevel entspricht. Allein dadurch ist eine mögliche Hemmschwelle beim Einstieg niedriger. Zudem ist die Gruppe meist noch klein genug, um auf einzelne Teilnehmer Rücksicht nehmen zu können. Wenn du dich also mit deinem Instrument noch nicht so sicher fühlst oder Zweifel hast, ob du gut genug spielst, ist das ein guter Einstieg, um erste Erfahrungen im Zusammenspiel zu sammeln.

Da das Ensemblespiel wie auch eine Musikschulband in der Regel von der Musikschule gefördert werden, werden Vorspiele in der Musikschule, auch etwa zu bestimmten feierlichen Anlässen, erwartet. Wenn du diesbezüglich frei sein möchtest, solltest du eine unabhängige Variante des gemeinsamen Musizierens wählen.

Eine ganz ähnliche Variante wie ein Musikschulensemble wäre übrigens beispielsweise ein kirchlicher Posaunenchor.

Orchester

Wenn du in einem Orchester, einer Blaskapelle oder einer Bigband spielst, hast du eine größere Anzahl von Mitspielern. Auf den einzelnen Spieler kann hier wenig Rücksicht genommen werden. Du solltest deinen Spielpart also gut beherrschen, um die anderen nicht aufzuhalten.

In einem Orchester hast du außerdem wenig Mitsprache bei der Stückauswahl. Hier ist die Gruppe einfach schon so groß, dass nicht alle Wünsche der Mitspielenden berücksichtigt werden können.

Allerdings ist es auch ein tolles Erlebnis, mit so vielen anderen Musikern zusammen zu spielen, häufig sogar mit ganz vielen verschiedenen Instrumenten. Es ist schön, wenn daraus ein großes Ganzes entsteht.

Die Musiker zusammenzubringen und die Stücke gemeinsam einzustudieren, das ist Aufgabe des Orchesterleiters. Bei Hobbyorchestern übernimmt dieser meist nicht nur die musikalische Leitung sondern auch die organisatorische.

Organisatorische Dinge wie das Finden eines Proberaumes, die Festlegung von Probe- und Auftrittsterminen oder die Beschaffung von Noten werden dir hier abgenommen. Du konzentrierst dich ganz auf den musikalischen Teil, hast allerdings auch weniger Möglichkeiten, deine eigenen Vorstellungen einzubringen. Da ein Orchester immer auch auf einen Auftritt hinarbeitet, solltest du hier (halbwegs) regelmäßig an den Proben teilnehmen.

Band in fester Besetzung

In einem Ensemble oder einer Band außerhalb der Musikschule müsst ihr auf die Infrastruktur einer Musikschule verzichten, euch also z. B. selbst einen Proberaum suchen. Auch um die Noten müsst ihr euch selbst kümmern. Oder aber dürft ihr euch selbst kümmern.

Eure Vorteile sind Unabhängigkeit und Freiheit. Ihr müsst mehr organisieren, lernt aber auch viel dabei und schaut über den Rand eurer Notenzeile hinaus. Ihr bekommt nichts vorgesetzt, müsst an keinem Vorspiel teilnehmen, wenn ihr nicht wollt, müsst euch aber auch Konzerttermine selbst organisieren, wenn ihr auftreten wollt.

In einer Band ist Eigeninitiative gefragt. Eine Beteiligung am Songwriting ist beispielsweise häufig willkommen. Einzelne Bandmitglieder bringen sich hier stärker ein als etwa in einem Orchester. Allerdings kann es auch manchmal schwierig sein, sich bei unterschiedlichen Vorstellungen zu einigen.

Ganz wichtig ist, dass eure Ambitionen gut übereinstimmen. Wenn der eine nur zum Spaß spielen möchte, der andere aber eine überzeugende Bühnenperformance ausarbeiten will, dann wird das nicht lange gutgehen.

Bühne für das gemeinsame Auftreten in einer Band.

Gelegentliches Jammen

Um mit anderen gemeinsam musizieren zu können, musst du nicht festes Mitglied einer Band oder eines Orchesters sein. Musiker können sich auch einfach gelegentlich zu einer Jamsession treffen. Das Mitspielen ist völlig unverbindlich. Du gehst keine weiteren Verpflichtungen ein. Bei einer offenen Jamsession spielt mit, wer kommt. Es geht hier in erster Linie nicht um das Einüben bestimmter Stücke, sondern einfach darum, spontan Musik zu machen und währenddessen Spaß zu haben.

Das spontane Spielen kann einem weniger geübten Musiker im Vorfeld durchaus Kopfzerbrechen bereiten. Das ist völlig verständlich! Schließlich ist es beim ersten Mal in der Tat schwierig, einzuschätzen, auf welchem Level die anderen spielen und wie schwer die Stücke für dich sind.

Zwar gibt es auch bei Jamsessions meist ein bestimmtes Repertoire an Stücken, aber diese werden normalerweise nicht nach und nach geübt, sondern es wird drauflos gespielt. Selbst wenn du vorab einen Blick in die Notensammlung werfen darfst, weißt du letztlich nicht, welche Stücke dann tatsächlich gespielt werden, außer du wünschst dir eines!

Die beste Vorbereitung für eine Jamsession ist es, das Vom-Blatt-Spiel zu üben oder aber das Spielen nach Gehör zu verbessern. Mit einem Begleitinstrument werden dir gute Fähigkeiten in der freien Liedbegleitung mit Akkorden weiterhelfen.

Jamsessions können mit und ohne Publikum stattfinden. Je nachdem, wozu du dich in der Lage fühlst, kannst du dir raussuchen, was für dich passt. Leider sind Jamsessions ohne Publikum naturgemäß weniger bekannt und oft gar nicht so leicht zu finden. Wenn du keine passende Jamsession für dich findest, kannst du natürlich auch selbst eine organisieren!

Was musst du für ein gemeinsames Musizieren können?

Es ist die Frage, die Hobbymusiker in der Regel am meisten beschäftigt, aber gleichzeitig auch die schwierigste. Wie viel du können musst, um mit anderen gemeinsam musizieren zu können, lässt sich nicht pauschal sagen.

Grundsätzlich ist es aber bereits als Anfänger möglich, sobald du einfache Stücke hinbekommst. Es kommt ganz klar auf deine Mitspieler an. Ihr könnt auch auf niedrigem Level miteinander musizieren und Spaß dabei haben. Gerade wenn es sich nicht gleich um ein Orchester handelt, sondern beispielsweise lediglich um ein Spielen zu zweit, dann kannst du hier gut schon mit wenig Kenntnissen auf deinem Instrument loslegen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du in einem bereits bestehenden Orchester oder einer Band mithalten kannst, dann musst du es einfach ausprobieren. Ganz wichtig: Trau dich, geh hin und spiele einmal mit! Du kannst dich natürlich im Vorfeld informieren, aber letztlich führt kein Weg daran vorbei, dass du hingehst und mitspielst. Nur so wirst du wirklich merken, ob es zu schwer für dich ist oder ob du dich langweilst und ob es dir Spaß macht.

Um dir, wo auch immer, ein spontanes Mitspielen zu erleichtern, hilft es dir sehr, wenn du gut vom Blatt spielen kannst. Oder bei Jamsessions, wenn du Variationen spielen kannst, improvisieren oder nach Gehör spielen kannst.

Auch falls du im Vorfeld Noten zum Üben bekommst, lohnt es sich, grundlegende Fähigkeiten für ein spontanes Spiel zu trainieren. Selbst wenn ihr schon länger zusammen spielt und bereits ein Repertoire habt. Denn wenn plötzlich jemand mit einem neuen Stück ankommt und das spontan ausprobieren möchte, bist du nicht völlig verloren! Das gibt dir einfach mehr Sicherheit.

Warum solltest du zusammen mit anderen musizieren?

Gegenseitige Inspiration und Interaktion

Beim gemeinsamen Musizieren kannst du viele schöne Erfahrungen sammeln und deinen Horizont erweitern. Es ist toll, mit anderen musikalisch zu interagieren. Du kannst dich von deinen Mitspielern inspirieren lassen, sei es vom Sound, von gespielten Verzierungen, Begleitmustern oder improvisierten Phrasen, die du wiederholen und variieren kannst.

Du lernst, auf die anderen Stimmen zu achten, gemeinsam loszulegen und ein Ende zu finden. Ja tatsächlich, manchmal ist ein schöner gemeinsamer Abschluss schwieriger als das Stück an sich!

Wenn du dich mit deinen Mitspielern gut verstehst und ihr einen wohlwollenden Umgang miteinander pflegt, könnt ihr euch gegenseitig Anerkennung und Lob schenken, euch anspornen, aber auch ein nicht perfektes Spiel mit Humor nehmen.

Ein Musikmachen mit anderen zusammen ist voller Überraschungen. Gerade beim Jammen weißt du nicht, was die anderen als nächstes spielen werden. Du wirst viele Überraschungen erleben und auch du darfst deine Mitspieler mit deinem Spiel überraschen.

Das Spiel anderer Musiker kennenlernen

Beim gemeinsamen Musizieren lernst du andere Musiker kennen. Und zwar ganz direkt von ihrer musikalischen Seite. Du merkst, welchen Zugang sie zur Musik haben und welches Rhythmusgefühl, wie kreativ sie sind, was ihnen schwer oder leicht fällt. Das alles erfährst du über ihre Spielweise und in Randgesprächen.

Dadurch merkst du, dass auch die anderen ihre Schwächen und Herausforderungen beim Musikmachen haben. Und du merkst, dass längst nicht jeder nach dem gleichen System musiziert. Für den einen ist beispielsweise die Theorie sehr wichtig, der andere geht im Wesentlichen danach, wie es sich anhört. Der eine schaut nur auf die Akkordsymbole, der andere auf die ausgeschriebenen Noten. Jeder hat seine eigene Herangehensweise, Musik zu verstehen und umzusetzen.

Es ist spannend, diese Unterschiede in der Praxis kennenzulernen. Viel zu oft denken wir fälschlicherweise, alle anderen hätten die gleiche Herangehensweise wie wir selbst!

Mach dir klar, was du suchst!

Natürlich brauchst du zum gemeinsamen Musizieren zuallererst andere Musiker. Oft ist es nicht gerade einfach, diese zu finden. Schließlich sollen es Gleichgesinnte sein, die mit dir in Musikrichtung, Zielen und Ambitionen gut übereinstimmen. Dafür solltest du dir erst einmal klar darüber werden, was du möchtest. Also überlege dir:

1. Welche Musikrichtung(en) möchtest du spielen?

2. Möchtest du gerne auftreten oder nicht?

3. Wie viel Zeit möchtest du in das gemeinsame Musizieren investieren?

4. Hast du Ziele wie Wettbewerbe oder (semi-)professionelle Konzerte oder möchtest du nur zum Spaß spielen?

Trau dich!

Wenn du gerne mit anderen zusammen musizieren möchtest, dann mach es, probiere es aus! Auch wenn es dich am Anfang vielleicht etwas Überwindung kostet, weil du Zweifel hast, ob du gut genug spielst. Ich wünsche dir Mut und viel Erfolg für dein gemeinsames Musizieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Ich möchte über neue Kommentare per E-Mail beachrichtigt werden.