Zur eigenen Klavierbegleitung singen
Ein Musikinstrument spielen

Klavier spielen und gleichzeitig singen: Woran es liegt, wenn es nicht klappt

5. April 2018

Klavier spielen und dazu zu singen ist eine tolle Sache! So mancher Klavierspieler hat große Lust darauf, tut sich aber schwer damit. Woran genau liegt es, wenn das Singen zum Klavierspielen nicht klappt? Und was kannst du tun, um ein lässig singender Klavierspieler zu werden?

Klavier spielen und singen macht einfach Spaß. Du spielst mit jemandem zusammen und musst dich doch mit niemand anderem als dir selbst dafür verabreden! Ich selbst bin ein großer Fan davon und möchte dich einladen, das Singen zum Klavierspielen für dich zu entdecken.

Was das Tolle am Singen zur eigenen Klavierbegleitung ist, erkläre ich dir ausführlich hier. Und warum sich das Singen mit deiner Stimme grundsätzlich für dich lohnt, erfährst du in diesem Artikel.

Gleich zu Beginn habe ich eine gute Nachricht für dich: Der Weg zum gleichzeitigen Klavierspielen und Singen ist gar nicht so schwer, wie du vielleicht denkst!

Um deine Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, musst du sie kennen. Woran kann es also liegen, wenn es hakt?

1. Du bist mit deinem Klavierspiel noch völlig überfordert

Überfordert vom Klavierspielen und gleichzeitigem Singen?

Wenn das Klavierspielen und gleichzeitige Singen nicht klappt, bist du vielleicht mit dem Klavierspielen noch völlig überfordert. Deine volle Aufmerksamkeit ist auf das Spielen mit deinen Händen gerichtet. Da dir das noch große Mühe bereitet, hast du keine Kapazitäten mehr für irgendetwas anderes, z. B. den Gesangstext.

Sobald aber ein paar Prozent deiner Aufmerksamkeit frei sind (und bei einer dir gut bekannten Melodie reicht das schon!), wirst du auch dazu singen können. Übe das Stück, zu dem du singen möchtest, also einfach noch ein bisschen, bis es dir etwas leichter von der Hand geht.

2. Du spielst nach Noten statt mit Akkorden zu begleiten

Wer bei der Klavierbegleitung jede einzelne Note liest, anstatt Akkorde zu spielen, der macht es sich selbst schwer (ausgenommen natürlich brillante Vom‐Blatt‐Spieler!). Wenn du mit Akkorden begleitest, werden viele Stücke für dich viel leichter zu spielen sein. Oft hast du pro Takt nur ein Akkordsymbol, das du beachten musst. Alternativ müsstest du für diesen Takt ein kompliziertes Begleitmuster mit vielen einzelnen Noten im richtigen Rhythmus ablesen. Eine schlechte Alternative!

Gesang am Klavier mit Akkorden begleiten statt nach Noten.

Akkorde zu greifen und nach eigenem Geschmack zu bespielen ist nicht schwer und eröffnet dir viele neue Möglichkeiten. Fang einfach einmal damit an, Akkorde zu spielen. Mit der Zeit wirst du ein Gefühl für passende Begleitmuster finden. Deine Hörerfahrung hilft dir dabei sehr, also mache nicht nur Musik, sondern höre auch viel Musik!

3. Das Singen zum Klavierspielen ist für dich ein Mehraufwand statt eine Erleichterung

Vielleicht meinst du, du musst das Stück, wenn du dazu singst, genau so spielen wie rein instrumental? Bitte nicht!

Du kannst die Melodie zwar anfangs einmal mitspielen, um zu wissen, was du singen musst. Aber ansonsten reicht es (oder klingt es sogar besser!), wenn du die Melodie nur singst. Du brauchst sie dann nicht mehr auf dem Klavier spielen. Damit fällt oftmals sogar der komplizierteste Part deines Stückes für dich weg! Beide Hände stehen dir für die Begleitung zur Verfügung.

Wenn du singst, darfst du dich mit den Händen gerne zurücknehmen. Singen ist für einen Klavierspieler also kein Mehraufwand, sondern eine Erleichterung!

Dein Gesang entlastet dich am Klavier, weil er die Melodie am Klavier ersetzt.

4. Du kennst die (Gesangs-)Melodie nicht

Wenn du singen möchtest, solltest du die Melodie kennen. Nach Noten zu singen ist nicht jedermanns Sache. Aber das brauchst du auch gar nicht können. Die allermeisten Menschen können eine Melodie, die sie hören, gut nachsingen. Also höre dir das Stück an, das du singen möchtest, oder spiele dir die Melodie am Klavier vor.

5. Das Lesen des Gesangstextes überfordert dich

Beim Singen einer bekannten Melodie sparst du dir das Lesen der Melodienoten, da du diese am Klavier nicht spielen brauchst. Eine kleine Leseaufgabe kommt aber stattdessen hinzu, nämlich der Gesangstext. Da die meisten Menschen aber deutlich besser Wörter als Noten lesen können, ist das im Normalfall kein schlechter Deal! Und wenn du den Song ein paar Mal singst, dann wirst du den Text auch schnell kennenlernen.

Manche Songs sind zugegeben schlecht aufgeschrieben. So, dass nur die erste Strophe bei den Noten bzw. Akkordsymbolen steht. Hier abwechselnd zum Textblock der zweiten oder dritten Strophe am Ende des Stückes und zu dem Noten zu schauen ist unbequem und erfordert Routine. Wenn du dir das nicht antun willst, musst du den Text auswendig können oder du schreibst ihn dir eigenhändig unter den Noten mit dazu. Oder wenigstens die Anfänge der Verse, um dir auf die Sprünge zu helfen.

Für diesen Missstand kannst du nichts! Das liegt an Leuten, die den Notensatz ohne Verständnis für singende Klavierspieler erstellen.

6. Dir fehlt die Orientierung für den Anfangston

Wenn du das Singen zu Akkorden noch nicht gewohnt bist, fehlt dir vielleicht am Anfang die Orientierung, mit welchem Ton du beginnen sollst. Hier kannst du dir aber ganz leicht helfen, indem du dir den Anfangston am Klavier vorgibst. Ebenso kannst du dich bei anderen unklaren Stellen mit Melodietönen auf dem Klavier unterstützen.

Zur Orientierung am Klavier Hilfestellungen für das Singen geben.

7. Du traust dich nicht zu singen

Wenn dir die Begleitung auf dem Klavier nicht mehr schwer fällt, du die Melodie gut kennst und auch der Gesangstext kein Problem mehr für dich darstellt, dann musst du nur noch eines tun: Dich trauen!

Viel zu viele Menschen glauben, sie können nicht singen. Dabei können die allermeisten Menschen singen. Um eine megatolle, bühnenreife Stimme geht es hier schließlich gar nicht!

Falls du deine Stimme etwas zu leise findest, kannst du ja dein Klavierspiel anpassen und nicht ganz so fest in die Tasten hauen.

Trau dich zu singen!Aber trau dich ruhig, alles aus deiner Stimme herauszuholen. Denn du bist hier nicht einer von vielen in einem Chor, im Gottesdienst oder wo auch immer es einen gemeinsamen Singsang gibt. Du singst ein Solo! Sing es mutig!

Singen ist etwas sehr Persönliches. Meistens lässt es sich aber nicht vermeiden, dass Mitbewohner oder Nachbarn mithören. Zum einen haben wir Hemmungen, unsere Stimme preiszugeben. Zum anderen möchten wir niemanden stören. Ich empfehle dir aber sehr, dich davon frei zu machen und beim Singen den Fokus bei dir zu behalten. Sonst wird es nichts mit einem selbstbewussten, schön klingenden Solo!

8. Du magst deine Gesangsstimme nicht

Dir gefällt deine eigene Stimme nicht? Das solltest du dringend ändern!

Lerne deine Stimme kennen. Lerne sie lieben. Beobachte, wie sie sich von Tag zu Tag unterscheidet. Und wie sie sich entwickelt. Deine Stimme wird kräftiger, wenn du mehr singst. Und probiere ruhig einmal aus, wie du deinen Gesang beeinflussen kannst. Beispielsweise indem du auf deine Atmung achtest und probierst, durch den Mund einzuatmen.

Wenn du deine eigene Stimme magst, sie gerne singst und auch gerne hörst, wirst du viel mehr Lust haben, zu singen. Und viel mehr Freude daran. Genieße und schätze deine Stimme!

Wie sieht es bei dir aus? Hast du herausgefunden, an welcher Stelle es bei dir hakt? Das Singen zur eigenen Klavierbegleitung bietet dir viele Vorteile und ich wünsche jedem Klavierspieler, sie für sich zu entdecken.

Kommentare

  1. Ich möchte zum Weihnachtskonzert gerne solo ein Medley aus klassischen und modernen Liedern singen. Ursprünglich wollte ich mich selbst auf dem Klavier begleiten. Ich bin jedoch noch etwas unerfahren und habe die Klavierbegleitung an einen Profi abgegeben.

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