Jammen bei einer Jam Session
Ein Musikinstrument spielen

Musik jammen: Was du kurzfristig für eine Musiksession üben kannst

27. Dezember 2020

Jammen bei einer Jazz Session, Blues Session, Bluegrass Session, Pop Session – welche Musiksession auch immer. Du willst mitspielen, aber die Jam Session findet schon in ein paar Tagen statt? Trotzdem kannst du noch dafür üben, um etwas besser auf das gemeinsame Jammen vorbereitet zu sein. Hier erfährst du, was kurz vorher noch sinnvoll ist.

Was bedeutet Jammen in der Musik?

Jammen ist das spontane Zusammenspiel von Musikern. Mitspieler sind bei einer Jam Session herzlich willkommen. Wenn du mehr über mögliche Ausprägungen und Abläufe von Jam Sessions wissen möchtest, lies diesen Artikel. Falls du überlegst, was du für eine Jam Session üben kannst, bleib im Folgenden dran!

Jammen bei einer Musiksession: Hilfreiche Fähigkeiten

Prinzipiell solltest du dich mit deinem Musikinstrument im Hinblick auf Jam Sessions besonders den Fähigkeiten widmen, die für ein spontanes Spiel hilfreich sind. Also Spielen nach Gehör, vom Blatt, Improvisieren und mit einem Harmonieinstrument natürlich ganz klar das Spielen nach Akkorden.

Wenn du hier kontinuierlich dranbleibst, wirst du dich nach und nach zu einem besseren Musiker und Jammer entwickeln. Wie du dein Ziel Jammen langfristig und nachhaltig erreichst, erfährst du in meinem ausführlichen Artikel zur längerfristigen Vorbereitung auf Jam Sessions. Hier am Ball zu bleiben und immer wieder die grundsätzlichen Anforderungen des Jammens zu trainieren, ist meine ganz klare Empfehlung.

Jammen kurzfristig üben?

Trotzdem kannst du auch durch kurzfristige, teils konkrete Vorbereitung oft noch ein paar Trümpfe aus dem Ärmel ziehen. Auch wenn die nächste Musiksession also schon in einer Woche oder in ein paar Tagen stattfindet, kannst du noch ein paar sehr lohnenswerte Sachen zur Vorbereitung tun. Bereit? Legen wir los!

Konkrete Songs für eine Jam Session üben

Nicht jede Jam Session ist völlig frei und spontan. Häufig gibt es bereits eine gewisse Auswahl an möglichen Songs. Das solltest du unbedingt für dich nutzen!

Jazz Jam Session: Informiere dich vor dem Zusammenspielen!

Playlist, Notenmaterial oder Chordsheets

Information ist alles. Nutze Wissen zu deinem Vorteil, indem du nachfragst, ob es ein bestimmtes Repertoire gibt. Oder ob für diesen Abend ganz bestimmte Songs geplant sind.

Häufig werden einige Songs bei einer regelmäßig stattfindenden Jam Session immer und immer wieder gespielt. Vielleicht steht dafür sogar eine Sammlung aus Noten oder Chordsheets zur Verfügung. Wenn du dir diese organisieren kannst, hast du eine sehr gute Grundlage, um diese Songs im Vorfeld durchzuspielen und zu üben.

Falls die Sammlung von Songs sehr groß oder die angekündigte Playlist sehr lang ist, dann such dir zwei bis drei Songs raus und bereite diese gut vor. Einen davon darfst du dir dann sicherlich wünschen. Mindestens! So gehst du sicher, dass – sollte dir alles andere spontan zu schwer sein – du wenigstens bei diesem einen Song mitspielen kannst.

Ähnlich funktioniert das auch, wenn keine Playlist bekannt ist und du (als Neuling) zu einer Jam Session gehst. Bring dann einfach selbst einen Song mit und vergiss nicht, ein paar Blätter für die anderen dabeizuhaben. Selbstverständlich solltest du diesen Song dann auch sehr gut spielen können!

Spontanität beim Jammen trotz Üben

Bitte geniere dich nicht, nach einer Playlist zu fragen und im Vorfeld zu üben. Auch wenn eine Jam Session ein spontanes Format sein soll!

Indem du dich im Vorfeld damit befasst, zeigst du, dass dir das Jammen wichtig ist und dass du besser werden willst. Gerade am Anfang bringt das dich und auch die anderen Musiker viel weiter, als wenn du eisern an 100 % spontan festhältst.

Deshalb nutze die Möglichkeit, die Songs zu üben oder wenigstens mal kurz durchzuspielen, wenn sich dir die Gelegenheit dazu bietet und du ein wenig Zeit findest! Und in Sachen Spontanität kann ich dir versichern: Selbst wenn du es schaffst, alles zu Hause bestens zu üben, wird beim gemeinsamen Zusammenspiel noch genügend Raum für Spontanität sein!

Songs der Playlist anhören

Wenn du die Playlist der Session kennst, ist es außerdem sehr hilfreich, wenn du dir die Songs anhörst und ein wenig ins Ohr bekommst. Allein das ist eine wunderbare Vorbereitung auf eine Jam Session. Denn es ist ein großer Unterschied, ob du völlig neue Songs zum allerersten Mal spielst oder du die Melodie und Harmoniefolge schon kennst.

Verschaffe dir einen Hörvorsprung und nutze ihn für dich! Es wird dir sehr helfen, egal ob für das Spielen vom Blatt, nach Gehör oder zum völlig freien Improvisieren.

Jamme besser durch das Auffrischen deiner Fähigkeiten!

Eine weitere, etwas unkonkretere, aber dennoch oft erstaunlich effektive Übetechnik ist das Wiederholen grundsätzlicher Fähigkeiten, die du für eine Jam Session brauchst.

Musik jammen üben: Wiederholen vor einer Musiksession

Vorbereitung der Musiksession bei unbekannter Playlist

Du weißt nicht, welche Songs gespielt werden? Selbst wenn du keine Playlist hast, kannst du dir ein paar Tage vor einer Musiksession noch einmal einen Push geben. Das funktioniert aber nur, wenn du schon eine solide Basis hast im Improvisieren, Spielen nach Gehör, vom Blatt und bei der Begleitung mit Akkorden.

Ausgehend von diesen Grundlagen kannst du kurzfristig ein paar generelle Auffrischungsübungen machen. So kannst du zu deiner Topform zurückfinden. Frustrierend kann es nämlich sonst schnell sein, wenn du deine Fähigkeiten, die du schon einmal draufhattest, nicht mehr abrufen kannst.

Reaktiviere deine Fähigkeiten, die fürs gemeinsame Jammen essentiell sind, durch ein paar ganz grundsätzliche Übungen. Rufe dir die Abläufe in dein (motorisches) Gedächtnis zurück.

Aber ich betone es noch einmal: Wiederholung und Wiederauffrischung innerhalb kurzer Zeit sind nur dann möglich, wenn etwas vorher schon gut eingeübt wurde! Wenn das bei dir der Fall ist, dann helfen dir die folgenden Übungen für die kurzfristige Vorbereitung auf eine Jam Session.

Noten und Akkorde vom Blatt trainieren für das Jammen von Musik

Egal welche Songs es sind, nimm einfach welche, die dir weniger bekannt oder sogar völlig neu für dich sind. Und dann spielst du die Songs runter. Mit einem Melodieinstrument die Melodie, mit einem Harmonieinstrument die Akkorde oder beides. So, wie du vorhast, dich beim Jammen zusammen mit anderen Musikern zu beteiligen.

Halte dich nicht lange bei einem Song auf, sondern spiele ihn vom Blatt runter, als hättest du nur diese eine Chance. Und dann auf zum nächsten. Auf diese Weise gewöhnst du dich an das, was dich bei einer Jam Session erwartet. Kein ausgiebiges Wiederholen wie du es vermutlich zu Hause sonst sehr oft machst, sondern stets neues Material umsetzen.

Improvisieren über einen Song oder eine Akkordfolge

Auch deinen Improvisationsfähigkeiten kannst du kurzfristig auf die Sprünge helfen. Nimm Leadsheets, Chordsheets oder nur eine Aufnahme zum Hören und Mitspielen – je nachdem, was du bei deiner nächsten Jam Session erwartest – und improvisiere dazu.

Stell dir vor, der Song geht los und du musst irgendwas spielen. Jetzt. Zur Begleitung. Oder als Solo. Mach es nicht zu kompliziert, aber versuche dennoch, eine solide und kreative Improvisation zu spielen.

Simuliere die Situation einer Jam Session. Heißt also: Du übst nicht ewig, sondern improvisierst, was eben gerade geht. Halte es so einfach, dass es für dich komfortabel ist. Weniger ist mehr!

An Stelle eines konkreten Songs kannst du dir auch einfach eine Akkordfolge schnappen und darüber improvisieren. Wichtig ist, dass du das Zuhören und freie Spielen vor der Session noch einmal gut verinnerlichst, denn du wirst es brauchen!

Ganz generell empfehle ich dir sehr, zumindest das 12-Takt-Bluesschema parat zu haben. Wenigstens in C‑, F- und G‑Dur (gerne natürlich auch in weiteren Tonarten!). Und für transponierende Instrumente die jeweils entsprechenden Tonarten.

Wenn du nur ein einziges Akkordschema kennst, dann sollte es dieses sein! Du findest es in ganz vielen Songs unterschiedlicher Genres. Bei Jazz Sessions, Blues Sessions, aber auch bei Pop Sessions könnte das für dich sehr hilfreich sein.

Nach Gehör spielen für besseres Jammen bei Musiksessions

Außerdem lohnt es sich, wenn du das Spielen nach Gehör vertiefst. Insbesondere für die Melodielinie oder Variationen über die Melodie ist das äußerst vorteilhaft. Darüber hinaus macht es dich auch zu einem besseren Improvisator, was ich hier genauer beschrieben habe. Spiele also ein paar Melodien, die dir in den Sinn kommen, nach Gehör nach!

Musiksession simulieren: Zusammen jammen

Aktiviere deinen Notfallplan für das gemeinsame Jammen

Wenn du meinen Artikel zu längerfristigen Vorbereitungsmethoden für Jam Sessions schon gelesen hast, weißt du, dass ich dir empfehle, einen Notfallplan vorzubereiten. Hast du dich schon damit befasst?

Kurz zusammengefasst solltest du damit in der Lage sein, bei einem Song, in den du nicht so richtig reinfindest, trotzdem mitspielen zu können. Und zwar in einer minimierten Variante. Damit du möglichst nicht ganz aussteigen musst. Hier kannst du das ausführlicher nachlesen.

Deinen Notfallplan solltest du dir ein paar Tage vor der geplanten Jam Session ins Gedächtnis zurückrufen und an einzelnen Songs testen. Wenn du dich beim Jammen noch nicht so sicher fühlst, gibt dir das Vertrauen, Sicherheit und Ruhe, was du beim Jammen dringend brauchst!

Nebenbei bewahrst du dich auch vor möglicherweise großen Enttäuschungen. Tauschen wir diese also lieber gegen eine raffinierte Rettungsaktion, bei der du dich am Ende über dein zähes und kreatives Durchhaltevermögen freuen wirst.

Jam Session vorbereiten: Notfallplan

Kenne die vielfältigen Möglichkeiten für das Mitspielen bei Jam Sessions

Anhand der beschriebenen Vorbereitungsmöglichkeiten siehst du, dass eine Jam Session dir einen bunten Blumenstrauß an Mitspielvarianten bietet. Mache sie dir bewusst und baue deine Fähigkeiten entsprechend aus! Dann kannst du flexibel entscheiden, wie du dich im konkreten Fall einbringen möchtest.

Keiner schreibt dir vor, in welcher Form du zu einer Jam Session beizutragen hast. Nur weil du die Melodielinie als Noten bekommst, heißt das nicht, dass du diese (genau so) spielen musst. Nur weil ihr einen dir unbekannten Song nach Chordsheet spielt, heißt das nicht, dass du mit einem Melodieinstrument ohne Melodienoten raus bist.

Du kannst mit einem Solo im Vordergrund glänzen, dich aber auch notfallplanmäßig oder absichtlich ganz bewusst im Hintergrund halten. Wie du magst und wie es dir möglich ist.

Jammen mit Plan B und deinen Stärken

Es gibt immer einen Plan B. Sorge dafür, dass auch du einen hast! Baue dafür deine Fähigkeiten in einer breiten Vielfalt auf. Vergiss aber auch nicht deine Stärken und scheue dich nicht, im entscheidenden Fall darauf zu setzen.

Wenn die genaue Melodie vom Blatt eine große Herausforderung für dich darstellt, halte nicht zwanghaft an jeder einzelnen Note fest. Gehe lieber ins freiere Spiel durch Variationen und Improvisation über, wenn dir das (generell oder vielleicht auch nur beim konkreten Song) leichter fällt.

Motivation für Musiksessions durch Erfolgserlebnisse

Wagnisse sind wichtig und müssen auch manchmal sein, damit du weiterkommst. Aber Erfolgserlebnisse sind ebenso essentiell. Denn sie fördern deine Begeisterung und motivieren dich, dranzubleiben. Behalte diesen Spagat also im Hinterkopf, wenn du überlegst, wie weit du dich (am Anfang) beim Jammen aus dem Fenster lehnen möchtest.

Zusammen jammen bei einer Jazz Session: Nutze die Vielfalt

Gemeinsam Jammen mit mehr Sicherheit und Gelassenheit

Alle in diesem Artikel beschriebenen Methoden geben dir noch ganz kurzfristig einen Schub für eine schon bald anstehende Jam Session. Sie helfen dir, dass du deine Fähigkeiten dann auch wirklich abrufen kannst. Aber nicht nur das. Sie geben dir auch Sicherheit.

Du gehst im Kopf die Situation einer Jam Session durch und machst sie dir vertraut. Und du weißt, dass du eine Menge an Möglichkeiten hast, die du nutzen kannst. Inklusive starker Vereinfachungen für den Notfall. Somit wird eine Totalenttäuschung – du warst da, konntest aber total überfordert kaum mitspielen – ziemlich unwahrscheinlich.

Und mit jedem Song, den du mitspielen kannst, wächst dein Vertrauen und dein Spaß daran. Aufregung und irgendwelche Befürchtungen nehmen ab, was dein gelassenes und kreatives Spiel definitiv fördert. Einen konkreten Tipp, wie du mit deutlich mehr Begeisterung und Genuss spielst, findest du übrigens hier.

Ganz viel Spaß bei deiner nächsten Jam Session!

Dieser Artikel ist Teil 3 meiner Artikelserie zu Jam Sessions. Wenn du noch mehr zum Thema Jam Sessions erfahren möchtest, lies hier weiter:

👉 Teil 1: Wie läuft eine Jam Session ab?
👉 Teil 2: Wie kannst du dich langfristig auf Jam Sessions vorbereiten?

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