John Paciga: Pianist, Sänger, Songwriter
Reingehört

John Paciga überzeugt mit vielseitigem musikalischen Talent und großer Leidenschaft

18. Juni 2018

John Paciga ist ein junger Pianist, Sänger und Songwriter aus New Jersey. Er beeindruckt mit einer starken Stimme, großem pianistischen Talent und einem wunderbaren Gespür für positive, kreative Songs mit Melodien, die ins Ohr gehen und Texten, die zum Nachdenken anregen.

Als ich John Paciga zum ersten Mal gehört und ein Video von ihm gesehen habe, war mir klar: Dieser junge Mann hat es absolut drauf. Sein Klavierspiel, seine Stimme, seine Performance, seine Songs. Kurzum, viele sehr gute Gründe, um John Paciga auf meinem Blog Musikbegeisterung vorzustellen. In einem Interview habe ich ihn außerdem über sich und seine Musik ausgefragt.

Ein Pianist mit starker Stimme

Das Klavier hat einen festen Platz in der Musik von John Paciga. Er ist Pianist mit Leib und Seele und das bringt er zum Ausdruck. Egal ob er einfach Klavier spielt und dazu singt oder ob er zusammen mit anderen Musikern spielt. John Paciga verwendet das Klavier eindrucksvoll als Begleitinstrument, Rhythmusinstrument oder solierend.

John Paciga weiß virtuose wie auch packende Klaviersoli zu spielen und sein Spiel auch durch kleinere kreative Zwischenspiele und Verzierungen zu bereichern. Gerne lässt er einen Song wunderschön zart nur mit Klavier beginnen oder damit ausklingen.

Man merkt John Pacigas Leidenschaft für das Klavier und seine Spielfreude, die auf den Hörer überschwappt. Hinzu kommt seine klare, kraftvolle Stimme, sodass ihm allein mit Klavier und Gesang bereits eine beeindruckende musikalische Darbietung gelingt.

Aber das ist noch nicht alles! Dieser junge Mann kann noch mehr!

Talentierter Songwriter

John Paciga schreibt Songs und hat bereits als Jugendlicher damit angefangen. Seine Songs können sich nicht einfach nur hören lassen, nein, sie sind sogar richtig, richtig gut! Nach der EP Gotta Play im Jahr 2016 hat er schließlich im Jahr 2017 sein erstes Album mit dem Titel Other Side of Town herausgebracht. Über den Entstehungsprozess des Albums berichtet John Paciga weiter unten im Interview.

John Paciga schreibt Songs über persönliche Themen, eigene Erlebnisse und Lebenserfahrungen. Das macht seine Texte äußerst wertvoll. Denn sie regen zum Reflektieren an und es fällt leicht, sich mit den beschriebenen Gedanken oder Lebenssituationen zu identifizieren. Wer die Songtexte nachlesen möchte, findet diese auf Johns Website. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Seine Songs reichen von guter Laune und Ausgelassenheit bis zu tröstenden, versöhnlichen Tönen. Er spielt und singt auch von schwierigen und schmerzvollen Lebenserfahrungen, versinkt aber nie in Melancholie. Seine Songs muntern vielmehr auf und schenken textlich wie auch musikalisch Mitgefühl. Er drückt eine positive Lebenseinstellung aus und deshalb tut seine Musik auch so gut.

John Paciga verpackt seine Texte in eingängige Melodien, die den Zuhörer vom ersten Moment an mitnehmen auf eine kreative musikalische Reise inklusive überraschender Details und sehnsüchtig erwarteter Höhepunkte. Absolut hörenswert!

John Paciga im Interview über sich und seine Musik.

Interview mit John Paciga

Sein musikalisches Talent und die wunderbaren Songs haben mich stark beeindruckt. Ich wollte unbedingt mehr über diesen jungen Mann wissen, der so kreative, berührende und energiegeladene Musik macht. Deshalb habe ich ihn um ein Interview gebeten. John hat sich sehr darüber gefreut und nicht lange gezögert.

Herausgekommen ist ein tolles Interview, in dem John Paciga sympathisch, offen und authentisch von seiner musikalischen Entwicklung, seinen Inspirationen und seinem Songwriting erzählt:

Kannst du uns von deinen Anfängen am Klavier und deinem Klavierunterricht erzählen? Hast du mit klassischem Klavier begonnen oder von Anfang an auch Pop und Jazz gespielt?

Ich habe im Alter von vier Jahren angefangen, Klavierunterricht zu nehmen. Am Anfang hat es mir nicht wirklich gefallen, aber mit etwas Ermutigung durch meine Familie habe ich weiter Unterricht genommen und hier bin ich heute! Ursprünglich habe ich klassische Musik gelernt und tue das auch bis heute, aber mit zwölf Jahren habe ich angefangen, auch Pop‐ und Rocksongs zu lernen. In der neunten Klasse habe ich Unterricht in Blues‐ und Jazzpiano bei einem älteren Schüler meiner High School genommen, was meinen persönlichen Stil stark beeinflusst hat.

Wie haben deine Klavierlehrer dir geholfen, so zu spielen, wie du heute spielst? Und welche Fähigkeiten hast du nicht explizit im Unterricht gelernt? Was hast du selbst für dich herausgefunden?

Meine Lehrer haben mir geholfen, meine körperliche Technik und Beweglichkeit zu verbessern. Das Üben von zahllosen Tonleitern und anderen Aufwärmübungen machten mich in der Tat zu einem stärkeren Musiker. Meine Lehrer haben mich auch alle Details der Musiktheorie gelehrt und mir einen gesunden Respekt vor dem Instrument und der Musik im Allgemeinen beigebracht.

Die wichtigste Fähigkeit, die ich nicht explizit im Unterricht gelernt habe, ist Improvisation. Je mehr ich mit anderen Musikern spielte, desto wachsamer und flexibler musste ich sein. Bald habe ich angefangen zu experimentieren, indem ich die Noten vor mir ausgeschmückt habe. Meine wachsende Freude am Improvisieren führte dazu, dass ich begonnen habe, meine eigene Musik zu kreieren und so entdeckte ich eine meiner größten Leidenschaften: Das Songwriting.

Es gibt so viele Musikinstrumente. Wieso hast du dich für das Klavier entschieden? Und was findest du heute so faszinierend am Klavierspielen?

Ursprünglich hat meine Großmutter vorgeschlagen, dass ich Klavierunterricht nehmen soll. Wie ich vorhin gesagt habe, hat mir das Klavierspielen mehrere Jahre lang nicht richtig gefallen, bis zur siebten Klasse, als ich anfing, Songs abseits der Stücke aus dem Unterricht zu lernen. Das erlaubte es mir, mein Talent auszuleben und in einer Art und Weise einzusetzen, die mich glücklich macht. Und plötzlich hatte ich eine starke, neugefundene Liebe zum Klavier.

Was ich am Klavierspielen am faszinierendsten finde, ist, dass man einen riesigen Bereich an Stilen und Stimmungen ausdrücken kann und das alles mit den gleichen 88 Tasten.

Kannst du außer dem Klavier noch andere Musikinstrumente spielen oder welches würdest du wählen, wenn du ein weiteres Instrument lernen wolltest?

Ich kann einige grundlegende Gitarrenakkorde und kann einfache Linien am E‐Bass spielen, aber ich würde mich wirklich nur als Klavierspieler betrachten. Wenn ich ein weiteres Instrument lernen würde, würde ich wahrscheinlich das Schlagzeug wählen.

Wann und warum hattest du die Idee, zum Klavierspielen zu singen? Hat das Singen dein Klavierspiel in irgendeiner Weise beeinflusst?

Ich habe angefangen zu singen, als ich elf Jahre alt war, aber ich habe nie wirklich versucht, zu singen und gleichzeitig Klavier zu spielen, bis ich zwei Jahre später meinen ersten Song geschrieben habe. Das Singen beim Spielen hat mich definitiv dazu gezwungen, mein Rhythmusgefühl zu verbessern. Viele Popmelodien und -beats sind synkopiert, deshalb musste ich wirklich ein starker rhythmischer Spieler werden, um etwas gut darbieten zu können.

Was bedeutet Musik und insbesondere das Musikmachen für dich?

Das Songschreiben ist meine Art und Weise, Gedanken, Gefühle und Lebenserfahrungen auszudrücken, wenn ich sie nicht einfach mit normaler Sprache vermitteln kann. Für mich geht es beim Musikmachen darum, Schnappschüsse von menschlichen Erfahrungen einzufangen und Songs zu schreiben, die zum Nachdenken anregen.

Wann hast du gemerkt, dass Musik mehr als nur ein Hobby für dich ist?

Als ich das Musikvideo für meine beliebte Single Tickling the Ivories gemacht und herausgebracht habe, haben mich die positiven Reaktionen und das Feedback, das ich erhalten habe, motiviert, meine Musik vielmehr als Beruf statt nur als Hobby zu verfolgen. Noch vor der Veröffentlichung des Videos wusste ich, dass meine Zukunft wahrscheinlich in irgendeiner Weise mit Musik zu tun haben wird, aber Tickling the Ivories stellte in der Tat den Beginn meines ernsthaften musikalischen Bestrebens dar.

Hast du Vorbilder? Verrätst du uns, wer es ist und warum?

Meine drei größten Vorbilder/Inspirationen in der Musik sind Billy Joel, Ben Folds und Jamie Cullum. Viele Menschen haben meine Musik mit der von Billy Joel verglichen und ich bewundere seine Fähigkeit, erzählerische Songs meisterhaft auszuarbeiten, die bedeutungsvoll wegen ihres Songtextes und unvergesslich wegen ihrer eingängigen Melodien und Hooks sind.

Ben Folds hat einen viel ausgefalleneren Stil und unglaubliche pianistische Fähigkeiten, was mich an meinen schweren Songwriting‐Tagen inspiriert. Jamie Cullum ist ein Songwriter, der Jazz und Pop mit seinem exzellenten Klavierspiel und seiner einzigartigen stimmlichen Präsenz verbindet und mich zu einigen meiner jazzigeren Melodien inspiriert hat.

Was inspiriert dich beim Songschreiben? Kommt es auch vor, dass du an manchen Tagen nicht so kreativ bist?

Die meiste Inspiration schöpfe ich aus meinen persönlichen Erfahrungen. Meine besten Songs sind inspiriert von Erlebnissen aus dem echten Leben, ob es nun Kummer, Liebe, eine interessante Geduldsprobe auf einem Ball oder am Flughafen oder sogar ein leckeres Frühstück ist. Es gibt sicherlich Tage oder sogar längere Zeiträume, in denen ich darum ringe, neue Inspiration zu finden, aber ich vertraue immer darauf, dass ich sie zu gegebener Zeit haben werde.

Wie fängst du an, einen Song zu schreiben? Hast du zu Beginn ein bestimmtes Thema oder vielleicht sogar einen Songtext? Oder fängst du an, dir eine Melodie oder einfach einige Akkorde zu überlegen? Holst du dir Feedback von anderen?

Der Prozess ist bei jedem Song anders. Normalerweise beginne ich mit einem Thema oder einer Idee, von der ich weiß, dass ich darüber schreiben will. Dann fange ich an, mir entweder einen Songtext oder ein musikalisches Motiv/eine Akkordfolge am Klavier passend zum Thema zu überlegen und dann beginne ich, diesen anfänglichen Funken eines Songs auszubauen. Wenn ich einmal einen Songtext habe, finde ich ziemlich leicht auch eine Melodie dafür. Gelegentlich werde ich andere um Feedback bitten, aber bis jetzt habe ich mein bestes Songwriting alleine gemacht.

Was schreibst du dir beim Songwriting auf? Nimmst du deine Ideen auf, um sie nicht zu vergessen? Oder entwickelst du deine Songs hauptsächlich im Kopf?

Wenn ich mir ein Lick oder eine Progression am Klavier ausgedacht habe, die mir wirklich gefällt, nehme ich das mit meinem Smartphone auf, damit ich mich daran erinnern und es später verwenden kann. Beim eigentlichen Schreibprozess notiere ich meine Textideen und Akkordfolgen, während ich sie mir überlege.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Album Other Side of Town! Erzählst du uns vom Entstehungsprozess, angefangen beim Komponieren bis hin zu den fertigen Aufnahmen der Songs? Was hat dir dabei am meisten gefallen?

Vielen herzlichen Dank! Ich habe die Songs auf dem Album über einen Zeitraum von etwa einem Jahr geschrieben und der Aufnahmeprozess dauerte etwa fünf ganze Monate. Am meisten hat es mir gefallen, die Songs im Studio zum Leben zu erwecken. Wenn ich mit dem Schreiben eines Songs fertig bin, habe ich nur die Klavier‐ und die Gesangsstimme oder was ich gerne Songskelett nenne. Im Studio füge ich Harmonien und andere Instrumente hinzu, die das Skelett sozusagen mit Fleisch füllen und den Song noch wirkungsvoller machen.

Was war beim Erstellen deines Albums das Schwierigste für dich?

Die schwierigste Überraschung, die mir begegnet ist, war die Menge an Zeit und Anstrengung, die ich investieren musste, um das Album fertigzustellen. Zu Beginn des Prozesses habe ich nicht mit mehreren 8‐Stunden‐Tagen im Studio und zahllosen Editiersitzungen gerechnet. Aber meine Vision des fertigen Produktes hat mich weiter motiviert.

Wessen Hilfe war wichtig für dich, um das Album Other Side of Town fertigzustellen?

Ich hätte das Album nicht ohne Hilfe meines Toningenieurs, Produzenten und Gitarristen (alles dieselbe Person), meines Bassisten, meines Schlagzeugers und meines Saxophonisten fertigstellen können. Diese unglaublich talentierten Musiker haben mir geholfen, die Tracks so fantastisch klingen zu lassen, wie sie es heute tun.

Mein Lieblingssong auf deinem Album ist Quintessential Sinner. Kannst du uns von der Entwicklung dieses Songs erzählen? Was hat dich dazu inspiriert und wie lange hast du gebraucht, um diesen Song zu schreiben?

Ich habe Quintessential Sinner gerade nach einer chaotischen Trennung geschrieben. Den Song hatte ich ziemlich schnell und ich brauchte nur einige Stunden zum Schreiben, da ich mich sehr emotional gefühlt habe zu der Zeit. Für mich ist die Bedeutung des Songs, dass jeder von Zeit zu Zeit ein „quintessential sinner“ sein kann, wenn es um Liebe und Partnerschaft geht. Egal wie sehr man sich auch bemüht, es wird immer holprige Stellen, Ausrutscher und Fehler geben und manchmal sind sie zu groß, um sie wieder gut zu machen.

Welchen Song auf deinem Album magst du am liebsten? Oder ändert sich das vielleicht auch von Zeit zu Zeit?

Es ist sehr schwer für mich, einen einzelnen Lieblingssong auszusuchen, da jeder Song für mich eine tiefe Bedeutung hat. Ich würde sagen, meine Top 3 sind Loverboy’s Lament, Other Side of Town und Lightning.

Was planst und wünschst du dir für die Zukunft? Vielleicht eine Tour in Europa, vorzugsweise natürlich in Deutschland?

Ich arbeite derzeit an neuer Musik, die ich hoffentlich im Herbst veröffentlichen werde. Außerdem werde ich ab Herbst an der Yale University studieren.

Wie es der Zufall so will, werde ich diesen Monat zum ersten Mal nach Deutschland kommen! Leider werde ich wahrscheinlich nicht die Gelegenheit haben aufzutreten, aber ich hoffe sehr, in Zukunft nach Europa und insbesondere Deutschland zurückzukehren, um meine Musik mit der Welt zu teilen. Ich weiß nicht genau, was die Zukunft bringt, aber ich kann es kaum erwarten zu sehen, wohin mich meine Musik führt.

Vielen herzlichen Dank, John, für das Interview. Die Welt wird sich über deine Musik sehr freuen! Mach weiter so!

Auf seiner offiziellen Homepage finden sich weitere Informationen zu John Paciga, außerdem kann dort seine Musik angehört werden. Es ist sehr zu hoffen, dass wir in Zukunft noch mehr von diesem talentierten jungen Mann hören, der erst ganz am Anfang einer hoffentlich beachtlichen musikalischen Karriere steht. Musikbegeisterung wünscht John Paciga alles Gute für die Zukunft!

Fotos und Videos: John Paciga (johnpaciga.com)

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