Klavier mit rotem Herz auf Notenblatt
Ein Musikinstrument spielen

Wie du langfristige Freude beim Erlernen eines Musikinstrumentes entwickelst

8. Juni 2017

Wenn das Spielen eines Musikinstrumentes dein Hobby sein soll, dann soll es dir in erster Linie Spaß machen. Allerdings kannst du dich dabei auch leicht in irgendwelche Ziele verstricken. In diesem Artikel gebe ich dir Impulse, wie du beim Erlernen eines Musikinstrumentes nachhaltig (mehr) Freude entwickeln kannst. 

Dass ein Hobby Spaß machen soll, klingt eigentlich völlig logisch und selbstverständlich. Aber ich möchte das trotzdem immer wieder betonen, weil das Erlernen eines Musikinstrumentes doch ein vielschichtiges und anspruchsvolles Hobby ist. Übermäßiger Ehrgeiz kann die Freude daran schnell trüben.

Musizieren mit Freude am Weg zum Ziel

Es ist ein völlig berechtigter Wunsch, dass du dich mit deinem Musikinstrument weiterentwickeln möchtest.

Und dass du dir dafür Ziele setzt.

Wirklich Spaß wirst du insbesondere als Anfänger aber nur dann haben, wenn du Freude am Weg zu deinem Ziel hast. Also Freude am Ausprobieren und daran, an deinen Aufgaben zu wachsen, Freude im Augenblick, im Hier und Jetzt. Genau diese Freude ist für eine längerfristige Begeisterung ganz entscheidend. Denn sonst siehst du die Freude immer nur in der Zukunft, aber gegenwärtig erlebst du sie nicht.

Welches Ziel du mit deinem Musikinstrument auch immer verfolgst, genieße den Weg dorthin. Sieh diesen Weg nicht als lästiges Üben!

Nehmen wir an, dein Etappenziel ist es, ein Stück mit vier Kreuzen zu spielen. Bisher hast du aber nur Stücke mit einem oder zwei Kreuzen gespielt. Dann freue dich nicht nur darauf, das Stück bald mit all den Vorzeichen zu beherrschen, sondern erfreue dich an der Herausforderung, jedes Mal wenn du eine Note als g oder d geschrieben siehst, ein gis bzw. dis zu spielen.

Du wirst viel mehr Spaß haben, wenn du dich AN etwas erfreust und nicht immer nur AUF etwas.

Genieße beim Erlernen eines Musikinstrumentes den Prozess

Das Erlernen eines Musikinstrumentes ist ein Prozess. Er fordert und fördert deine Motorik, Koordination, deine Musikalität und Kreativität. Und gerade am Anfang wirst du ganz deutlich merken, wie sich diese Fähigkeiten bei dir entwickeln.

Das ist ein sehr spannender Prozess und wenn du dich darauf einlässt und gerade an diesem Prozess Freude hast, dann wirst du am Musikmachen Spaß haben. Du wirst entspannt und auf spielerische Art und Weise Fortschritte machen.

Ja, spielerisch im doppelten Sinne!

Höre dir zu!

Du darfst und sollst die von dir gespielte Musik nach deinem Geschmack gestalten und genießen. Höre dir selbst zu!

Manchmal gerät das in Vergessenheit, wenn du dich sehr darauf konzentrieren musst, die richtigen Tasten oder Griffe zu finden, den aufgeschriebenen Rhythmus richtig wiederzugeben und zusätzliche Gestaltungshinweise wie crescendo, legato oder ritardando zu beachten. Am Anfang ist das ganz schön viel auf einmal!

Und dann soll ich auch noch freie Kapazitäten haben, um zuzuhören und das ganze so entspannt, dass ich die Musik auch wirklich genießen kann?

Ja! Deine Kapazitäten sind zwar begrenzt, aber du kannst den Fokus verändern.

Du teilst beim Spielen deine Aufmerksamkeit zwischen dem richtigen Lesen des Notentextes, der musikalischen Gestaltung und dem Zuhören auf. Jedem dieser Bereiche kannst du immer wieder einen unterschiedlich großen Anteil deiner Aufmerksamkeit schenken. So kannst du auch bewusst deinen Fokus auf die musikalische Gestaltung oder das Zuhören legen und den richtigen Notentext in den Hintergrund stellen.

Mein Orgellehrer hat mir den Tipp gegeben, neben den ganzen Übeversionen mit primärer Aufmerksamkeit auf den Notentext schon während des Übeprozesses (nicht erst am Ende, wenn das Stück fertig ist!) immer wieder eine Version zum Genießen zu spielen.

Diesen Tipp gebe ich an dieser Stelle gerne an dich weiter, denn so verhinderst du gerade bei komplizierten Stücken demotivierende Durststrecken. Denke daran, deinen Durst nach Musikgenuss unbedingt rechtzeitig zu stillen!

Ohne Lernziel auf deinem Musikinstrument spielen

Egal wo du mit deinem Musikinstrument stehst, nimm dir immer wieder Zeit etwas zu spielen, ohne irgendein Lernziel im Kopf zu haben.

Nur weil es dir gefällt!

Genieße die erklingende Musik, deine Gestaltungsfreiheit und -hoheit und deine Beteiligung an der Tonerzeugung. Ob du nun mit dem Bogen über eine Saite streichst, die Luft aus deinem Körper ins Instrument bläst oder mit allen Fingern, die du hast, mal nacheinander, mal gleichzeitig die verschiedenen Tasten drückst: Genieße es, mit verschiedenen Sinnen aktiv zu sein.

Werde dir bewusst, dass genau darin der so wertvolle Unterschied zum Hören einer Aufnahme liegt. Dein aktives Spielerlebnis kann durch das (vermutlich) bessere Endergebnis der Aufnahme nicht wettgemacht werden!

Wie so oft sind es auch beim Erlernen eines Musikinstrumentes nur kleine Veränderungen in deiner Herangehensweise, die eine große Wirkung erzielen. Nutze meine Impulse, um herauszufinden, an welcher Stellschraube du bei dir drehen musst!

Vielleicht hilft es dir auch, an deiner Einstellung und einer nachhaltigen Motivation zu arbeiten. Oder vielleicht ist meditativ entspanntes Musizieren etwas für dich? Wenn du noch nicht weißt, welches Instrument du lernen möchtest, dann helfe ich dir in diesem Artikel. Ich freue mich, wenn du mir deine Erfahrungen im Kommentar mitteilst!

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