Motivation beim Lernen eines Musikinstrumentes: Wenn die Lernkurve abflacht
Ein Musikinstrument spielen

Motivation beim Lernen eines Musikinstrumentes: Wenn die Lernkurve abflacht

18. September 2017

Wenn du ein neues Instrument lernst, merkst du am Anfang sehr deutlich, wie du Fortschritte machst. Es motiviert dich, weiterzumachen. Denn es tut einfach gut, zu wachsen. Die anfangs steile Lernkurve flacht jedoch nach einer gewissen Zeit ab. Und deine Motivation lässt nach. Aber das muss nicht sein!

Am Anfang spürst du deine Fortschritte von Tag zu Tag. Oder von Woche zu Woche. Und das gibt dir Energie. Doch mit der Zeit flacht deine Lernkurve ab. Du hast nicht mehr das Gefühl, von Woche zu Woche besser zu werden. Und von Tag zu Tag erst recht nicht. Und vielleicht kriegst du auch etwas nicht mehr hin, was du schon einmal konntest.

Was tun viele an diesem Punkt? Aufhören. Sie sagen, ein Instrument lernen ist doch nichts für mich. Ich bin dafür nicht gemacht. Ich stelle mich zu dumm an. Da geht nichts mehr vorwärts. Ich lasse es sein.

Bist du so wie viele Menschen? Nein! Du bist anders. Denn statt an diesem Punkt aufzugeben, liest du meinen Artikel. Gut gemacht! Hier erfährst du, was du tun kannst, wenn du in dieser Situation feststeckst.

Was du tun kannst

Sicherlich darfst du mit dem Musikmachen auch aufhören. Aber bitte nicht aus dem Grund, dass deine Lernkurve abflacht! Das wäre sehr schade für dich!

Was kannst du also tun, wenn du demotiviert bist, weil deine Lernkurve abflacht? Im Folgenden habe ich 8 Ratschläge für dich zusammengestellt.

1. Reflektiere, was du gelernt hast

Überlege, was du bis jetzt alles gelernt hast. Lass die Zeit seit dem Beginn mit deinem Instrument Revue passieren und mach dir bewusst, was du am Anfang noch nicht konntest, jetzt aber kannst! Was dir vielleicht vor einem Jahr noch sehr schwer gefallen ist, jetzt aber wie selbstverständlich funktioniert.

Du kannst die Punkte auch schriftlich festhalten. So kannst du dir anhand deiner Liste immer wieder ins Gedächtnis rufen, was du gelernt hast. Lenke den Fokus auf das, was du kannst, und sei dankbar dafür.

2. Sieh deinen Lernfortschritt nicht als einzige Motivationsquelle

Wir fühlen uns gut, wenn wir Fortschritte machen. Allerdings sollte deine Motivation, ein Musikinstrument zu lernen, auf mehreren Säulen aufbauen. Mach beispielsweise den Hörgenuss, das Erlebnis der Tonerzeugung, Entspannung und das Ausleben deiner Kreativität zu weiteren tragenden Säulen!

Wenn dann die Säule des Fortschritts etwas weniger zum Tragen kommt, kannst du mehr Gewicht auf die übrigen Säulen legen. Komm weg vom Gedanken, dass beim Musizieren nur Fortschritte zählen!

Die Motivation beim Lernen eines Musikinstrumentes baut auf mehreren verschiedenen Säulen auf.
Die Motivation beim Erlernen eines Musikinstrumentes ist besonders stabil, wenn sie auf mehreren verschiedenen Säulen aufbaut.

3. Wende dein Können an und spiele schöne Songs

Nutze deine bisherigen Fortschritte! Verwende dein Können, um etwas zu spielen, was dir richtig gut gefällt. Beispielsweise, um deinen derzeitigen Lieblingssong zu spielen. Spätestens jetzt ist die Zeit dafür gekommen. Damit schaffst du einen sehr starken Antrieb! Ein richtig guter Song hat virales Potential und katapultiert deine Motivation meilenweit nach vorne! Wie du einen solchen Song findest, erkläre ich dir in einem anderen Artikel.

4. Verurteile dich nicht, wenn du seltener spielst

Es ist völlig okay, wenn du nicht mehr so viel Lust wie am Anfang hast. Verurteile dich nicht dafür! Unsere Interessen wollen wir nicht zu jeder Zeit gleich intensiv ausleben. Und das Schöne ist: Als Hobbymusiker darfst du dir solche Schwankungen gönnen!

Du darfst eine Pause machen. Es kann gut sein, dass du nach einer Pause wieder umso mehr Lust hast. Und du kannst auch ein Musikinstrument lernen und Spaß dabei haben, wenn du weniger übst. Auch wenn dir viele Menschen etwas anderes sagen.

Mach es in deinem eigenen Tempo! Wenn du dich dazu zwingst, weiter so viel wie bisher zu üben, wirst du langfristig keine Freude mehr daran haben.

5. Belohne dich nach dem Üben

Teile deine Spielzeit auf in konzentriertes Üben und entspanntes zum Spaß Spielen. Gib deinem Ehrgeiz Raum und übe, beiß dich durch ein neues Stück durch!

Und belohne dich im Anschluss daran, indem du etwas spielst, was du gut beherrschst und genießen kannst. So endet deine Spielzeit immer mit einem positiven Gefühl. Und das motiviert dich, dein Instrument bald wieder in die Hand zu nehmen.

Du schaffst dir damit einen Kreislauf mit positivem Verstärkungseffekt. Du bist motiviert, Fortschritte zu machen, und hast Spaß beim Spielen.

Motivation beim Lernen eines Instrumentes durch entspanntes Spielen nach dem Üben.
Positive Rückkopplung beim Lernen eines Musikinstrumentes durch Aufteilen der Spielzeit in konzentriertes Üben und entspanntes Spielen.

6. Richte feste Routinen ein, wenn dir Struktur hilft

Manchen Menschen hilft eine Struktur im Tages- oder Wochenablauf. Wenn du dich auch dazu zählst, dann integriere dein Spielen in deinen Tag so wie andere regelmäßige Dinge, sei es Frühstücken oder Zähneputzen. Du könntest dir beispielsweise immer nach dem Abendessen eine viertel bis halbe Stunde fest für das Musizieren einplanen. Oder nimm dir das Musikmachen für bestimmte Wochentage vor.

Aber Vorsicht, diese Methode ist nicht für alle Menschen geeignet! Wer sich von zu viel Routine eher eingeengt fühlt, sollte die Finger davon lassen!

7. Halte dein Instrument und die Noten griffbereit

Wenn du dein Musikinstrument jedes Mal erst vom Dachboden holen oder aus der hintersten Schrankecke hervorkramen musst, erschaffst du dir damit eine nicht zu verachtende Hemmschwelle. Räume dein Musikinstrument nicht zu weit weg!

Lass es am besten in Sichtweite und zwar so, dass du nach möglichst wenig Handgriffen losspielen kannst. Klar, Blasinstrumente musst du auseinanderbauen und putzen. Aber eine Gitarre musst du nach dem Spielen nicht unbedingt wieder wegpacken. Am besten hast du auch deine Noten griffbereit oder lässt sie gleich am Notenständer stehen. So kannst du ohne große Vorbereitung sofort loslegen.

Gitarre steht griffbereit und motivierend im Zimmer.

8. Wähle deine Stücke bewusst aus

Vielleicht spielst du schon viel zu lange das gleiche Stück? Du brauchst immer wieder etwas Neues! Wenn du ein Stück zu oft spielst, kannst du es irgendwann nicht mehr hören. Es lohnt sich außerdem sehr, neue Stücke bewusst und gezielt auszuwählen. Schließlich verbringst du mehrere Wochen oder sogar Monate damit!

Wenn du Musikunterricht hast, dann lass dir von deinem Musiklehrer verschiedene Stücke vorschlagen und vorspielen. Und such dir dann heraus, was dir am besten gefällt! Das hat meinem Klavierspiel jedenfalls einen riesigen Motivationsschub gegeben.

Fazit: Was tun, wenn die Lernkurve abflacht und die Motivation nachlässt?

Mach dir bewusst, was du bisher gelernt hast. Es wird eine ganze Menge sein! Sei dankbar für das, was du kannst, und wende dein Können an, um das zu spielen, was dir richtig gut gefällt. Gute Stücke sind ein sehr großer Antrieb für dein Spiel!

Wenn deine Fortschritte dir nicht mehr so viel Motivation geben, dann schätze die anderen Vorteile deines Musizierens. Genieße deine Musik, das Spielerlebnis, das Kreativsein und die Entspannung! Für dich ist spätestens jetzt die Zeit gekommen, um neben dem konzentrierten Üben auch das Spielen zum ausschließlichen Genießen zu integrieren.

Wenn also deine Lernkurve abflacht, lass dich nicht demotivieren, sondern schätze das, was du dir erarbeitet hast! Es lohnt sich sehr, an diesem Punkt weiterzumachen! Für dich ergeben sich mit deinem Musikinstrument viele neue Möglichkeiten. Und du wirst daran weiter wachsen! Wenn du noch mehr Motivation brauchst, dann empfehle ich dir diesen Artikel.

Wie ist es dir beim Abflachen deiner Lernkurve gegangen? Was hat dir geholfen? Berichte von deinen Erfahrungen im Kommentar! Und teile diesen Artikel auf Facebook, wenn du die Motivation für das Lernen eines Musikinstrumentes an andere Menschen weitergeben möchtest!

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