Ein Musikinstrument spielen

Klavier lernen als erwachsener Anfänger: Wie spielt man Klavier?

10. August 2022

Du möchtest als Erwachsener Klavier lernen und mehr über das Klavierspielen erfahren? Wie spielt man Klavier und kommt das für dich als Klavieranfänger in Frage? Wie du die 88 Tasten und zwei bis drei Pedale eines Klaviers bedienst, erfährst du hier im Überblick.

Vielfältiges Instrument Klavier für Anfänger

Beide Hände auf die Klaviatur und los geht’s! Du drückst verschiedene Tasten nacheinander und oft auch mit jeder Hand mehrere gleichzeitig. Du kannst Harmonien und verschiedenste Rhythmen spielen. Gerne darfst du zu den Händen auch das Pedal dazunehmen.

Vielleicht magst du jemand anderen begleiten, die Melodie selbst spielen oder zu deiner Klavierbegleitung singen. Oder du erarbeitest dir Note für Note klassische Literatur. Das Klavier ist sehr vielfältig und damit hast du eine Riesenauswahl an Möglichkeiten.

Ganz bestimmt ist auch für dich etwas dabei! Mehr zu den Vorteilen des Klaviers findest du übrigens ausführlich hier.

Klavier lernen für Erwachsene: Das Prinzip des Klavierspielens

Unabhängig davon, wie und was genau du spielen möchtest, die Grundlagen, wie du dieses Instrument bedienst, bleiben die gleichen. Und genau darum geht es in diesem Artikel: Wie spielt man Klavier?

Auch wenn du vielleicht denkst, dass du schon oft Klavierspieler gesehen hast und wüsstest, wie das Klavierspielen prinzipiell funktioniert: Ich wette mit dir, dass du als Noch-nicht-Klavierspieler in diesem Artikel trotzdem einiges Neues erfahren wirst.

Perfekt für Erwachsene, die vielleicht Klavier lernen möchten und vorab eine genauere Vorstellung vom Klavierspielen bekommen wollen. Du erhältst im Folgenden quasi eine Bedienungsanleitung für das Klavier, damit du als Anfänger weißt, was dich erwartet!

Wir schauen bei der Tonerzeugung auch kurz ins Innere des Klaviers und werfen einen genaueren Blick auf die Funktionen der Pedale. Das Klavier ist ein spannendes Instrument, nicht nur für Kinder, sondern insbesondere auch für Erwachsene!

Klavier lernen als Erwachsener

Wie spielt man Klavier?

Das Spielen eines Tones ist am Klavier im Vergleich zu anderen Instrumenten denkbar einfach. Du drückst eine Taste auf der Klaviatur und es erklingt ein Ton. Erstmal ganz einfach! Auch wenn es später darauf ankommen wird, wie du die Taste anschlägst — Töne kannst du von Anfang an spielen. Das ist ja schonmal was!

Wie wird beim Klavier ein Ton erzeugt?

Was von außen leicht aussieht, ist im Inneren des Klaviers schon etwas komplizierter. Was passiert innen im Klavier, wenn du eine Taste anschlägst?

Die Mechanik eines Klaviers besteht aus vielen verschiedenen Einzelteilen. Jede Taste ist letztlich mit einem Filzhammer verbunden, der beim Anschlagen einer Taste auf die Saiten schlägt. Zwei oder drei Saiten sind es bei einer Taste in mittlerer und höherer Tonlage, während es im Bass pro Taste immer nur eine Saite ist.

Am Klavier Töne erzeugen: Hammer schlägt auf Basssaite

Was passiert, wenn man am Klavier eine Taste drückt?

Durch das Anschlagen mit dem Hammer werden die Saiten zum Schwingen gebracht und ein Ton erzeugt. Würdest du die Taste ewig gedrückt halten, würden sich die Saiten ausschwingen und der erzeugte Ton immer schwächer werden und schließlich ganz verklingen.

Was passiert, wenn man am Klavier eine Taste wieder loslässt?

Lässt du eine Taste am Klavier wieder los, legt sich der Dämpfer auf die Saiten und die Schwingung wird mit dem Loslassen der Taste kontrolliert beendet. So viel zum Hintergrund der Tonerzeugung beim Klavier.

Wenn du also nicht wartest, bis der Ton mit der Zeit von selbst verklingt, klingt er, bis du die Taste wieder loslässt. Eigentlich ziemlich logisch, aber trotzdem erwähnenswert! Warum?

Später wirst du ganz viele Tasten auf einmal drücken und sollst diese unterschiedlich lange halten. Da verlierst du leicht den Überblick. Vielleicht vergisst du, eine Taste wieder loszulassen. Oder du lässt eine Taste los, die eigentlich weiterhin im Klang bleiben sollte. Denke also nicht nur ans Drücken der Tasten, sondern auch ans Loslassen.

Die Saiten der höheren Töne haben übrigens keine Dämpfer, da diese Töne nach dem Anschlagen sowieso schnell wieder verklingen.

Klavier innen mit Hämmern, Saiten, Dämpfern und Stimmwirbeln

Welchen Einfluss hat die Anschlagsstärke am Klavier?

Je stärker du eine Taste am Klavier anschlägst, desto stärker schlägt der Hammer gegen die Saiten. Und desto lauter wird der Ton. Aber aufgepasst, das ist nicht bei jedem Tasteninstrument so! Denn es kommt auf die Art der Tonerzeugung an.

Beim Akkordeon oder der Pfeifenorgel hast du keine Saiten und Hämmer. Hier kannst du eine Taste noch so stark anschlagen — der Ton wird dadurch nicht lauter. Am Klavier kannst du dagegen mit deinem Anschlag neben der Lautstärke sogar noch viel mehr beeinflussen!

Wie gestaltet man Töne am Klavier?

Durch einen differenzierten Anschlag kannst du als Klavierspieler die gespielten Töne gestalten. Und je hochwertiger das Klavier, desto mehr lässt sich hier herausholen!

Vielleicht hast du am Klavier nicht so viel Einfluss wie ein Geiger oder Cellist. Andererseits ist das Klavier aber auch kein Keyboard oder eine Orgel, wo der Ton immer gleich erklingt, völlig egal, wie viel Mühe du dir mit dem Anschlag gibst.

Beim Klavier kommt es also nicht nur darauf an, welche Tasten du drückst, sondern auch wie du sie anschlägst. Drückst du die Tasten sanft und gefühlvoll, wirst du das auch hören! Es macht einen Unterschied, ob der Hammer auf die Saiten gedonnert wird, als wolltest du einen Nagel in die Wand schlagen. Oder ob der Tastenweg langsamer gegangen wird und der Filzhammer mit einem sanften Schwung auf den Saiten landet.

Wenn sich der Anschlag bei dir noch sehr hart anfühlt und auch so klingt, versuche, die Tasten langsamer und gefühlvoller runterzudrücken. Ein veränderter Tastenweg wirkt sich dann auch unmittelbar auf den Weg des Hammers zu den Saiten und auf den erzeugten Klang aus.

Wie spielt man Klavier? Saiten im Klavier

­­­­Wie viele Tasten hat ein Klavier?

Moderne Klaviere und Flügel haben 88 Tasten. Es sind 52 weiße und 36 schwarze Tasten. Früher hatten Klaviere ein paar Tasten weniger. Wenn du also vielleicht ein Familienerbstück zu Hause hast, könnten es auch nur 85 Tasten sein, also 50 weiße und 35 schwarze. 88 Tasten sind aber heute für Klaviere wie Flügel gängiger Standard.

Du wirst selten alle Tasten brauchen, insbesondere die ganz hohen und noch seltener die allertiefsten Töne. Aber wenn doch, dann stehen sie dir zur Verfügung. Gut, oder?

Wie viele Oktaven hat ein Klavier?

Der Tonumfang am Klavier oder Flügel reicht heute standardmäßig von A2 bis c5. Das sind 7 ¼ Oktaven, an denen du dich bedienen kannst. Nicht schlecht, oder? Da können viele andere Instrumente definitiv nicht mithalten. Sänger auch nicht.

Wie ist eine Klaviatur aufgebaut?

Eine Klaviatur ist sehr übersichtlich aufgebaut. Es geht von den tiefen Tönen ganz links zu immer höheren Tönen nach rechts. Von einer weißen oder schwarzen Taste zur nächsthöheren. Immer einen Halbtonschritt weiter.

Die Zweier- und Dreiergruppen der schwarzen Tasten siehst du auf den ersten Blick und geben dir Orientierung. Das C findest du immer bei der weißen Taste links von der schwarzen Zweiergruppe. Von dort geht es auf den weißen Tasten die C‑Dur-Tonleiter mit C D E F G A H C nach oben. Dieses Muster aus schwarzen und weißen Tasten setzt sich in der nächsten Oktave genau so fort.

Klavier lernen für Anfänger: Töne auf der Klaviatur finden

Wofür sind die Pedale am Klavier?

Ab nach unten. Zu den Pedalen. Deine beiden Hände an den schwarzen und weißen Tasten kannst du mit deinen Füßen an den Pedalen unterstützen. In den meisten Fällen reicht sogar der rechte Fuß für das rechte Pedal.

Flügel haben in der Regel drei Pedale, bei Klavieren können es auch nur zwei sein. Die einzelnen Pedalfunktionen sind nicht bei allen Instrumenten einheitlich. Doch ganz rechts kannst du dir sicher sein: Hier findest du das wichtigste und nützlichste Pedal von allen. Das Haltepedal!

Wenn du das rechte Pedal oder Haltepedal drückst, heben sich alle Dämpfer von den Saiten ab und die angeschlagenen Saiten klingen weiter. Zusätzlich werden auch Saiten anderer Töne zum Schwingen angeregt.

Damit erhältst du einen deutlich volleren Klang. Das Haltepedal wird sehr häufig verwendet und ist im Grunde standardmäßig im Einsatz, egal ob du Klassik, Jazz oder Pop spielst.

Die anderen Pedale, wie das Leisepedal oder das Sostenuto-Pedal, das mittlere Pedal bei Flügeln, werden nur sehr, sehr selten benötigt. Damit brauchst du dich nicht unbedingt genauer beschäftigen.

Sobald du mit den Händen einigermaßen gut klarkommst, darfst du gerne das rechte Pedal dazunehmen. Immer bei einem neuen Klang solltest du das Pedal wechseln, also kurz loslassen. So bekommst du einen sauberen Klang. Würdest du das Haltepedal dauerhaft halten, würden alle Klänge, die du nacheinander spielst, völlig ineinander verschwimmen.

Pedale am Klavier für Anfänger

Klavier lernen mit der richtigen Hand- und Körperhaltung

Am Klavier solltest du ganz entspannt sitzen. Wenn sich irgendetwas verkrampft oder unangenehm anfühlt, ist etwas an deiner Haltung nicht richtig.

Stelle den Hocker so ein, dass sich deine Unterarme etwa auf Höhe der Klaviatur befinden. Deine Handgelenke sollen weder nach unten noch nach oben abknicken. Deine Hände bilden eine Wölbung, als würdest du einen Apfel greifen. Die Tasten berührst du nur mit den Fingerkuppen.

Wenn du das rechte Pedal bedienen möchtest, bleibt dein rechter Fuß mit der hinteren Kante der Ferse stets am Boden und vorne hebst du ihn hoch.

Mehr zur Körperhaltung am Klavier findest du in diesem Artikel von Skoove, wo übrigens auch interaktive appbasierte Klavierkurse angeboten werden.

Am Klavier als Anfänger Noten lernen oder nicht?

Jetzt weißt du, wie du dich ans Klavier setzt und prinzipiell losspielen kannst. Doch was soll auf das Notenpult? Noten? Oder brauchst du die doch nicht unbedingt?

Viele angehende Klavierspieler, gerade Erwachsene, fragen sich, ob sie am Klavier Noten lernen sollen. Mit Noten oder auch ohne — beides ist grundsätzlich möglich. Das hängt von deinen persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten ab.

Für Klassik musst du ganz klar nach Noten spielen lernen. Da kommst du nicht daran vorbei. Aber keine Angst, das Notensystem ist sehr logisch aufgebaut und auf der Klaviatur liegen die Töne der Reihe nach direkt vor dir. Du kannst das Spielen nach Noten am Klavier Schritt für Schritt lernen und üben!

Für mich persönlich ist das Notenlesen auch außerhalb der Klassik ein hilfreiches Werkzeug, um mir unbekannte Stücke oder auch nur Melodien unkompliziert zu erarbeiten. Nichtsdestotrotz sind Akkorde und das Spielen nach Gehör ebenso wichtig, da sich damit ein Song oftmals deutlich schneller und freier erarbeiten lässt.

Es lohnt sich sehr, am Klavier die verschiedenen Fähigkeiten zu trainieren. Nicht für jede Musikrichtung oder jedes Stück nutzt dir alles gleichermaßen. Einmal bist du mit dem Lesen von Noten gut bedient, ein andermal geht es mit Akkorden deutlich schneller.

Oft musst du auch einfach schauen, welche Grundlage dir für ein Stück zur Verfügung steht. Nicht immer hast du den Luxus, Noten für beide Hände und Akkordsymbole zu haben. Vielleicht hast du nur Noten. Oder nur ein Chordsheet, auf dem die einzelnen Akkordsymbole stehen und keine einzige Note.

Aber nicht nur deshalb lohnt es sich sehr, wenn du dich mit deinen Fähigkeiten am Klavier breit aufstellst. Denn jede Art des Spielens hat etwas für sich, ist echt spannend und bringt unterschiedliche Herausforderungen und Erfahrungen mit sich. Ich jedenfalls möchte weder das Notenlesen noch das freie Klavierspielen nach Akkorden, nach Gehör oder das Improvisieren missen.

Mehr zum Klavierlernen für Erwachsene:

👉 Du möchtest ein Klavier kaufen oder mieten? – Meine Tipps

👉 Du suchst einen Online Klavierkurs?

👉 Am häufigsten gestellte Fragen von Klavieranfängern!

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